Junior-Professur für Demographie

Die Forschung der Junior-Professur für Demographie konzentriert sich auf demographische Prozesse von internationalen MigrantInnen, deren Ursachen und Auswirkungen. Besonderes Interesse liegt auf der Binnendifferenzierung von Migrantengruppen, etwa nach Geschlecht, Migrantengeneration und Herkunftsland. Geographischer Schwerpunkt ist Deutschland, aber auch der Vergleich europäischer Zielländer. Themenbereiche sind:

  • Fertilität und Familiendynamiken im Lebenslauf internationaler Migranten
  • Familiendynamiken und strukturelle Integration von Migrantinnen
  • Reproduktive Gesundheit, mentale Gesundheit und Morbidität im Migrationskontext
  • Normen, Werte, Einstellungen und Religiosität im Integrationskontext
  • Demografische Heterogenisierung, soziale Ungleichheiten, soziale Kohäsion
Neueste Studie: Attitudes toward abortion.

Neueste Studie: Attitudes toward abortion.

What are the attitudes of Europeans with or without immigrant backgrounds toward abortion? Who opposes or approves of the practice? To investigate these questions, we draw on the EURISLAM survey, which gathered data on nonmigrants and non-Muslims (majority) in Belgium, Britain, France, Germany, and Switzerland as well as on Muslim minorities of immigrant origin (from Morocco, Turkey, Pakistan, and the former Yugoslavia) who are resident in these European countries. Taking assimilation theory as our point of departure, we hypothesize that the societal climate towards abortion in the country of residence explains the attitudes of the Muslim minority. Regression analyses reveal that minorities partly adopt the country-of-residence attitudes: French residents are the most accepting of abortion, while German residents are the Least. We also examine whether the level of religiosity explains denominational differences in attitudes toward abortion. Within and between countries, there remain attitudinal differences between Muslims, Christians, and atheists, and these cannot be entirely explained. These differences are likely to persist across immigrant generations.

  • Carol, Sarah & Milewski, Nadja (2017). Attitudes toward abortion among the Muslim minority and non-Muslim majority in cross-national perspective: can religiosity explain the differences? Sociology of Religion. doi.org/10.1093/socrel/srx015

Nachrichten

2017-08-16 - Neue internationale Arbeitsgruppe zur Fertilität von Migranten.

Eine neue Arbeitsgruppe in der European Association for Population Studies beschäftigt sich mit der Fertilität von Migrantengruppen und Minoritäten. Mehr dazu unter:

2017-07-06 - Tagungsdokumentation "Regionale Implikationen der Zuwanderung" online.

Die Dokumentation der Tagung "Regionale Implikationen der Zuwanderung aus dem Ausland nach Deutschland" ist online verfügbar, siehe Link.Die Tagung war eine Zusammenarbeit der DGD-Arbeitskreise "Städte & Regionen" sowie "Migration - Integration - Minderheiten" mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumplanung und hat in 12/2015 in Berlin stattgefunden. Zusammengebracht wurden hier Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis.

2017-03-01 - Forschungssemester

Das SoSe 2017 ist Forschungssemester. Bis Ende Mai 2017 ist Nadja Milewski Gast am Office of Popoulation Research an der Universität Princeton.

2017-02-23 - Vier neue Promotionsstipendien für das Institut für Soziologie und Demographie.

Vier neue Promotionsstipendien haben Mitglieder des Instituts für Soziologie und Demographie (ISD) vom Land Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Wissenschaftsministerin Birgit Hesse hat die Förderbescheide am 21. Februar 2017 in Schwerin übergeben. Prof. Dr. Wolfgang Schareck, Rektor der Universität Rostock, betonte, dass eine richtig gute Forschungsidee am Anfang erfolgreicher Forschungsvorhaben stehe, es aber nicht selbstverständlich sei, eine solche zu finden. Die Forschungsvorhaben der MitarbeiterInnen des ISD sind:

  • Prof. Dr. Peter Berger & Dr. habil. Andreas Klärner:
    • Wohnen in der beschleunigten Moderne? Ambivalenz(en) zwischen Zentrum und Peripherie. Zwei Stipendien.
  • Prof. Dr. Nadja Milewski:
    • Exogame Partnerschaften mit Zugewanderten in Deutschland: Trends, Determinanten und Auswirkungen.
  • Prof. Dr. Heike Trappe:
    • Vaterschaft nach Trennung und Scheidung – Eine qualitative Untersuchung für den Großraum Rostock.

Die Arbeit an den Projekten soll im Sommersemester 2017 beginnen. Die Laufzeit beträgt jeweils drei Jahre.

Insgesamt unterstützt das Land 27 Forschungsprojekte in den Geistes- und Sozialwissenschaften an den Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern mit insgesamt 2,5 Millionen Euro. Die Förderung erfolgt über das Kurt von Fritz-Wissenschaftsprogramm des Landes in den Jahren 2017 bis 2020. Ziel ist es, exzellente, auf grundsätzliche Fragestellungen fokussierte Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften zu fördern.

"Geistes- und Sozialwissenschaften helfen uns, die Welt besser zu verstehen. Sie analysieren das menschliche Handeln früher und heute und eröffnen uns dadurch neue Perspektiven“, betonte Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. „Mit dem Kurt von Fritz-Wissenschaftsprogramm stärkt das Land die geistes- und sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung. Wir wollen die Sichtbarkeit dieser Projekte erhöhen und unter Beweis stellen, dass unsere Forscherinnen und Forscher exzellente Ergebnisse erzielen", so Hesse.

Die Ausschreibung für die Stipendien ist hier zu finden: Stipendien-Ausschreibung

2016-11-30 - Seminar mit Diskussionsreihe und Exkursion sowie Auszeichnung: Integration von Flüchtlingen.

Eine öffentliche Diskussionsreihe haben die TeilnehmerInnen des Master-Seminars "Integration von Flüchtlingen – Praxis in MV und Theorie" unter Leitung von Prof. Dr. Nadja Milewski veranstaltet. Die Diskussionsreihe beschäftigte sich mit der aktuellen Situation der in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern angekommenen Flüchtlinge und ihrer Integration. Erfahrungen aus dem Praxisalltag der Aufnahmegesellschaft begegneten dabei wissenschaftstheoretischen Perspektiven. So wurde in den institutsöffentlichen Veranstaltungen sowohl über privates Engagement als auch über Polizeiarbeit und die Rolle einer religiösen Gemeinschaft diskutiert. Vorgestell wurde auch das akademische Integrationsprojekt, das von Prof. Dr. Thusnelda Tivig an der WSF initiiert wurde. Außerdem fand innerhalb des Seminars eine Exkursion in eine Rostocker Flüchtlingsunterkunft statt, wo die Studierenden das Fest zum Internationalen Kindertag tatkräftig unterstützt haben. Prof. Dr. Nadja Milewski hat für dieses Seminar die beste Note in der Lehrevaluation der Studierenden im Sommersemester bekommen und damit den vom Fachschaftsrat SOFA gestifteten Wanderpokal erhalten.

2016-05-12 - Einladung zur Diskussionsreihe: Integration von Flüchtlingen - Praxis in M-V.

Zu einer öffentlichen Diskussionsreihe laden die TeilnehmerInnen des Master-Seminars "Integration von Flüchtlingen – Praxis in MV und Theorie" (geleitet von Prof. Dr. Nadja Milewski) am Institut für Soziologie und Demographie der Universität Rostock in diesem Semester ein.

Die Diskussionsreihe beschäftigt sich mit der aktuellen Situation der in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern angekommenen Flüchtlinge und ihrer Integration. Dabei sollen wissenschaftstheoretische Perspektiven mit dem Praxisalltag auf Seite der Aufnahmegesellschaft zusammengeführt und eventuelle Widersprüche und Probleme thematisiert werden.

Erstes Thema ist "Privates Engagement: Patenschaft, Sprache und andere Hilfe" (25. Mai, 15 Uhr). Weitere Themen sind "Religion: Hilfe oder Hindernis bei der Integration?" (1. Juni) und "Polizeiarbeit im Rahmen der aktuellen Flüchtlingssituation" (15. Juni).

2016-03-29 - Neuer Sammelband der AG Gender-Forschung: Migration - Geschlecht - Lebenswege

Migrationsbewegungen bilden sowohl historisch als auch aktuell ein globales Erfahrungs- und Problemfeld. Dieser Band versammelt internationale Beiträge, deren Verfasserinnen und Verfasser aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen Migrations- und Integrationsprozesse aus einem geschlechterspezifischen Blickwinkel untersuchen. Die Aufsätze kommen aus den Fachgebieten Gender Studies, Literaturwissenschaft, Bildungs- und Erziehungswissenschaft, Soziologie sowie Stadtplanung. Zu den Untersuchungs-gegenständen gehören Motivationen und Kontexte für Migration, gravierende Veränderungen in den Lebenswegen von Migrantinnen und Migranten, der Wandel tradierter Geschlechterrollen durch Migration sowie die Repräsentation dieser Phänomene in Literatur und Fernsehfilm.

  • Ehlers, H.; Kalisch, C.; Linke, G.; Milewski, N.; Rudlof, B.; Trappe, H. (Hg.) (2015). Migration – Geschlecht – Lebenswege. Sozial- und geisteswissenschaftliche Beiträge. Berlin: LIT.
2014-03-31 - Scheidungsrisiko: Es passt nicht immer.

Es passt nicht immer. Das Scheidungsrisiko von Ehen zwischen Migranten und Einheimischen in Deutschland.

In den meisten europäischen Staaten haben Migration und ethnische Vielfalt in der Bevölkerung in den letzten beiden Jahrzehnten zugenommen. Es verwundert nicht, dass auch Ehen zwischen Einheimischen und Zuwanderern häufiger vorkommen, selbst in solchen Staaten, in denen die Barrieren zwischen ethnischen Gruppen bisher eher hoch waren. Die Forschung zu solchen Paardynamiken in Europa ist jedoch noch recht spärlich. Nadja Milewski und Hill Kulu haben untersucht, wie sich die Scheidungsraten von Ehen zwischen Migranten und Einheimischen von den durchschnittlichen Scheidungsraten in Deutschland unterscheiden.

2014-03-21 - Stephanie Zylla erhält Preis der DGD/Allianz für Masterarbeit.

Stephanie Zylla, Mitarbeiterin am Lehrstuhl für empirische Sozialforschung und Demographie der Universtät Rostock, hat für ihre Masterarbeit (2013) den Allianz-Nachwuchspreis für Demographie erhalten. Die Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Demographie (DGD), Prof. Dr. Sonja Haug, und Prof. Dr. Volker Deville, Demographie-Experte der Allianz, nahmen die Auszeichnung im feierlichen Rahmen anlässlich der Jahrestagung der DGD am 14. März in Berlin vor. Thema der Arbeit von Stephanie Zylla war „Der Prozess der Verrentung von ausländischen und einheimischen Bürgern in Deutschland - Eine vergleichende Analyse unter Verwendung der Forschungsdaten der gesetzlichen Rentenversicherung“. Migranten, wie zum Beispiel ehemalige Gastarbeiter, stehen Herausforderungen gegenüber, wenn sie in Deutschland in den Ruhestand gehen wollen. Zylla zeigt auf, welche Faktoren Einfluss auf die Entscheidung nehmen, Altersrente zu beziehen, und stellt unter anderem fest, dass Migranten ein höheres Risiko haben, wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen erwerbsunfähig zu werden. Betreuerinnen der Masterarbeit waren Prof. Gabriele Doblhammer und Prof. Nadja Milewski.

2013-11-18 - Pressemitteilung: Migration - Geschlecht - Lebenswege

Internationale Tagung stellt durch Migration geprägte individuelle Lebenswege in den Fokus. - Pressemitteilung der Universität Rostock.

Noch nie zuvor haben so viele Männer, Frauen und Kinder außerhalb ihres Heimatlandes gelebt. Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie der Vereinten Nationen sind 232 Millionen Menschen aus dem Land, in dem sie geboren wurden, weggezogen. Das sind etwa 80 Millionen mehr als noch vor rund 20 Jahren. Die globale Migrationsbewegung aus dem Blickwinkel der Gender-Forschung ist  Thema des vom 21. bis zum 23. November 2013 stattfindenden interdisziplinären Gender-Kolloquiums mit dem Titel „Migration – Geschlecht – Lebenswege“. Veranstaltet wird die Tagung von der Arbeitsgruppe Gender-Forschung der Universität Rostock. Die Referentinnen und Referenten kommen aus Deutschland, den USA, Österreich, Luxemburg und der Russischen Föderation.

Unter den Vortragenden sind auch die Demografin Nadja Milewski und der Soziologe Clemens Langer vom Institut für Soziologie und Demographie der Universität Rostock. Sie haben die deutsche Spielfilmreihe "Mordkommission Istanbul" in den Mittelpunkt ihrer Studie gestellt. Während das Medium Film die Themen "Migration" und "Menschen mit Migrationshintergrund" bereits lange verarbeitet, nehmen erst seit kurzem in zunehmenden Maße Personen mit Migrationshintergrund aktive Rollen ein. So haben in dieser Krimi-Produktion die vier Hauptcharaktere einen Migrationshintergrund. Nadja Milewski und Clemens Langer interessiert insbesondere die Repräsentation von Geschlechterrollen und Familie. "Es ist ein transnationaler Film, den ein deutsches Filmteam über die Heimat der größten Migrantengruppe in Deutschland zeigt", beschreibt die Junior-Professorin die Reihe. "Einige Stereotype werden aufgebrochen, es gibt nicht lediglich ein patriarchisch geprägtes Familienkonzept mit archaisch anmutenden Ritualen, sondern es sind mehrere Konzepte von Gender und Familie, die in einer modernen Türkei zu finden sind", führt Nadja Milewski weiter aus. "Das ist aber auch Fernsehen im wahrsten Sinne des Wortes, man begleitet einen eher 'deutsch' wirkenden Kommissar durch Istanbul mit seinen bekannten und weniger bekannten Schauplätzen", sagt Clemens Langer. Welche Besonderheiten Nadja Milewski und Clemens Langer darüber hinaus in der Filmreihe entdeckt haben und wie dieser deutsche Krimi in der Kulisse Istanbuls zur Integrationsdebatte in der Fernsehunterhaltung beiträgt, werden sie in ihrem Vortrag darstellen.

Die Vorträge des Kolloquiums "Migration – Geschlecht – Lebenswege" betrachten das Thema aus historischer, zeitgenössischer und kulturvergleichender Perspektive. Es  wird kein Tagungsbeitrag erhoben. Interessentinnen und Interessenten sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

2013-07-15 - Umfrage zum Thema Gesundheit - TeilnehmerInnen gesucht.

Die Studierenden im Forschungspraktikum Gesundheit suchen Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine Umfrage. In dem Forschungspraktikum für Bachelor-Studierende der Soziologie bzw. Sozialwissenschaften wurde im SoSe 2013 ein Fragebogen entwickelt, der sich mit Gesundheit und Lebensstil im Lebenslauf von Frauen und Männern im Alter von 20 bis 70 Jahren in Deutschland beschäftigt.

Das Ausfüllen des Fragebogens dauert etwa eine halbe Stunde. Die Befragung wird anonymisiert. Die Daten werden ausschließlich in dieser Lehrveranstaltung verwendet. Wenn Sie sich beteiligen möchten, klicken Sie bitte hier:

Vielen Dank!

2013-07-01 - Neuer Sammelband der AG Gender-Forschung: Körper - Geschlecht - Wahrnehmung

Der Körper spielt notwendigerweise in allen Diskursen um Geschlecht eine Rolle, doch diese kann mehr oder weniger zentral sein. Dieser Band versammelt Beiträge, in denen die widersprüchlichen Zusammenhänge von Geschlecht, Körpern und Körperbildern aus sozial- und geisteswissenschaftlicher Perspektive betrachtet werden. Beiträge zur Vergeschlechtlichung von Körpern in Geschichte und Gegenwart sowie zur medialen und literarischen Repräsentation des Spannungsfeldes von Körperlichkeit, Geschlecht und Sexualität stehen im Zentrum. Der Band enthält darüber hinaus Texte zur Inszenierung von Frauen- und Männerkörpern in verschiedenen Musikszenen und zur Zuschreibung geschlechtsspezifischer Erwartungen in der Erwerbsarbeit.

  • Ehlers, H.; Linke, G.; Milewski, N.; Rudlof, B.; Trappe, H. (Hgs.) (2013). Körper – Geschlecht – Wahrnehmung: Sozial- und geisteswissenschaftliche Beiträge zur Genderforschung. Berlin: LIT Verlag.