Promotionen

Laufende Promotionen

Robert Brumme: Überwachung und Digitalisierung.

Die sozialen Folgen des Zusammentreffens von moderner Überwachungslogik und digitalisiertem Alltag.

Überwachung von Menschen, von deren Handlungen oder Kommunikationen, das Speichern und Lagern dieser Informationen und das Auswerten der Daten zur Erkenntnisgewinnung sind keine neuartigen Vorgänge. Neu hingegen ist das Ausmaß, in dem dies geschieht. Bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass das Zusammenwirken mehrere gesellschaftlicher Prozesse für die um sich greifende „Datensammelwut“ und die zunehmenden Überwachungstendenzen verantwortlich zu sein scheinen: (1) Die Verbreitung internetfähiger Geräte sowie die zunehmende Digitalisierung menschlicher Lebensbereiche, (2) die technische Möglichkeit, riesige Datenmengen in nahezu unbegrenztem Ausmaß zu speichern und bei Bedarf mithilfe automatisierter Algorithmen schnell und gezielt zu durchsuchen sowie (3) das Verschwimmen der Grenzen zwischen staatlichen und wirtschaftlichen Akteuren bzw. die Bündelung von Ressourcen zur gemeinsamen Problembewältigung.

Das Zusammentreffen dieser Prozesse wird weitreichende Folgen für Individuum und Gesellschaft haben. Das Anliegen des Dissertationsvorhabens ist es, dieses Zusammenspiel mit Blick auf die Folgen für die Wandlungsfähigkeit von Gesellschaften zu untersuchen. Dabei wird die Überprüfung folgender Thesen im Vordergrund stehen, die auf den oben beschriebenen Prozessen aufbaut: (1) Das Zusammentreffen moderner Überwachungslogik mit einer zunehmenden Digitalisierung des Alltags führt zu einer neuartigen Form hochgradig effizienter und umfassender Kontrolle und Überwachung. (2) Die Wirkmacht dieser Entwicklungen führt zu einem Rückgang zivilgesellschaftlicher Partizipation und damit zu einer Verkümmerung gesellschaftlicher Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit.

Wenn man davon ausgeht, dass eine lebendige, wandlungsfähige Gesellschaft ihren Mitgliedern bestimmte Formen der ungestraften Meinungsäußerung und Partizipation einräumen muss, dann wird – so die These – eine zunehmende Überwachung und Kontrolle sowie die Durchsetzung eines „empirisch Normalen“ an dem sich die Gesellschaftsmitglieder in ihrem Handeln ausrichten, möglichen Wandlungsprozessen entgegen wirken.  

E-Mail: robert.brumme(at)uni-rostock(dot)de 

Danny Otto: Deutungsmacht "Prekariat"

Zur Entstehung, Verbreitung und Durchsetzung einer metaphorischen Deutung sozialer Ungleichheit.

Deutungen, verstanden als Sinnzuschreibungen oder Weltauslegungen, sind zentraler Bestandteil der gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit. Sie können definieren, was wir als „real“ erachten, lenken Aufmerksamkeit, legen Handlungen und Verhaltensweisen nahe. Nach Deutungsmacht – und damit der Macht zur Etablierung von Deutungen sowie der von Deutungen selbst ausgehenden Macht – zu fragen, wird so zu einer wichtigen Aufgabe (wissens-)soziologischer Forschung. Bisher ist diese spezielle Machtform jedoch wenig erschlossen. Anhand von Deutungen sozialer Ungleichheit widmet sich dieses Promotionsprojekt einer wissenssoziologischen Konzeption von Deutungsmacht. Es wird damit ein Themenfeld betrachtet, das bei zunehmender Ungleichverteilung von Chancen und Ressourcen (intra- und international) große gesellschaftliche Relevanz erhält. Denn entsprechende Deutungen beeinflussen das Denken über soziale Ungleichheiten und sind damit grundlegend für deren Bewertung (z.B. als legitim, ungerecht, selbstverschuldet). Mit „Prekariat“ analysiere ich beispielhaft eine „Sammeldeutung“ unübersichtlicher sozialer Lagen am Rande der Gesellschaft, die sich in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit erfreut. Die Entstehung, Verbreitung und Durchsetzung dieser Deutung soll nachgezeichnet und ihre Wirkmächtigkeit untersucht werden. Es wird gefragt, welche Akteure an der Etablierung der Deutung beteiligt sind und welche Haltungs- und Handlungsanweisung durch sie vermittelt werden (sollen).Ein mixed methods Ansatz (Inhaltsanalyse, rhetorische Analyse, Qualitative Interviews) bildet die methodische Basis der empirischen Arbeit. Auf diese Weise werden sowohl semantische als auch strukturelle Komponenten von Deutungsmacht in den Blick genommen.  

Voraussichtliche Dauer: 2014 - 2017

E-Mail: danny.otto(at)uni-rostock(dot)de 

WWW: http://www.deutungsmacht.uni-rostock.de/mitglieder/kollegiaten/otto0/ 

Dominik Röding: Lebenslage – Habitus – Lebensstil.

Ansätze und Befunde erklärender Sozialepidemiologie anhand Daten der Landgesundheitsstudie.

Medizinsoziologische Theoriemodelle postulieren ein enges Beziehungsgeflecht zwischen sozialstruktureller Position, Lebensbedingungen, Einstellungen und Orientierungen, Lebensstil und Gesundheit. Die hier vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, tiefer in dieses Beziehungsgeflecht vorzudringen und dieses soziologisch verständlicher zu machen.

Vor diesem Hintergrund wird den Fragen nachgegangen, ob sich gesundheitsbezogene Grundorientierungen im Sinne des Habitus abbilden lassen und ob damit die Wechselbeziehungen zwischen gesundheitsrelevanten Lebenslagen und Lebensstilen soziologisch verständlich gemacht werden könne

Der empirische Teil der Arbeit stütz sich auf Daten der dritten Erhebungswelle (2004/08) einer Befragung zu Gesundheit und alltäglicher Lebensführung im sozialräumlichen Milieu nordostdeutscher Landgemeinden (n = 1.246). Auf dieser Datenbasis werden statistische Klassifikationen gesundheitsrelevanter Lebenslagen sowie gesundheitsrelevanter Lebensstile erarbeitet. Darauf aufbauend werden Zusammenhänge zwischen Lebenslagen, Orientierungen und Einstellungen sowie Lebensstilen mittels bi- und multivariabler statistischer Verfahren untersucht. Ergebnisse dieser Zusammenhangsanalysen werden auf der Folie der Habitustheorie interpretiert.

Voraussichtliche Dauer: 2011 - 2017 

E-Mail: Roeding(at)gmx(dot)net 

Maurice Schulze: Beschleunigung im transkulturellen Kontext.

Kultureller Wandel durch soziale Praxis philippinischer Arbeitsmigranten.

Der Weg in die Moderne ist ein Weg der Beschleunigung. Als global zu begreifende Entwicklung bezeichnet diese eine strukturelle sowie kulturelle Transformation der Temporalstrukturen innerhalb sich verändernder Gesellschaften. Unterliegen temporale Strukturen weltweit den gleichen, prognostizierten Veränderungen? Wenn ja, wie stellt sich dieser weitreichende Wandel auf Akteursebene in einem transkulturellen Kontext dar? 

Ausgehend von der These, dass Zeitstrukturen in der Moderne durch Beschleunigungsprozesse bestimmt sind, werden Einflüsse der ökonomischen Globalisierung auf den kulturellen Wandel bei philippinischen Arbeitsmigranten untersucht. Die Alltagspraxis rückt hier in den Fokus, wie auch die Konstruktion von Vergangenheit, innerhalb der sich der Umgang mit Zeit in Form von temporalen Strukturen niederschlägt. Ebenso ist der Zusammenhang von Veränderungen in den Handlungs- optionen mit Blick auf Alltagspraxis und Lebensentwürfe für das Dissertationsvorhaben von Interesse. Der sich ableitende Spielraum praktischer Handlungen, der besonders in Phasen ökonomischen Umbruchs von hoher Kontingenz geprägt ist, bietet einen Ansatz zur Erklärung kultureller und sozialer Transformations- und Widerstandspotentiale.

Voraussichtliche Dauer: 2011 - 2017

E-Mail: maurice.schulze(at)uni-rostock(dot)de 

Abgeschlossene Promotionen

Mara Boehle: Ursachen und Wandel familialer Armut in Deutschland - 1962 bis 2008.

Eine theoretische und empirische Analyse.

Der Kampf gegen Kinderarmut ist auf nationaler wie auf europäischer Ebene hoch auf der politischen Agenda angesiedelt. Dennoch hat sich der Anteil armer Familien in der Bundesrepublik seit den 1970er Jahren bis heute erhöht und auf einem überdurchschnittlichen Niveau verfestigt. Bislang liegen jedoch keine empirischen Studien vor, die in befriedigender Form erklären, weshalb es zu diesem Sachverhalt kam. Die empirische Forschung zum Wandel familialer Armut bearbeitet das Thema bislang deskriptiv oder konzentriert sich in kurzfristigen Zeitvergleichen auf einzelne, vorwiegend individuelle Ursachen des Phänomens.

Die Dissertation hat zum Ziel, die Gründe für die zeitliche Persistenz des überdurchschnittlich hohen Armutsrisikos familialer Lebensformen seit den 1960er Jahren bis heute systematisch zu untersuchen. Dieses wird unter Zugrundelegung eines theoretischen und empirischen Mehrebenenmodells erfolgen, das die ökonomische Situation von Familien als Funktion individueller und struktureller Faktoren im Zusammenspiel mit zeitlichen Veränderungen der deutschen Sozialstruktur begreift. Anknüpfungs- punkte sind die sich in diesem Zeitraum ereignenden ökonomischen, (inner-)familialen, demo- graphischen und politisch-institutionellen Wandlungsprozesse wie die Flexibilisierung des Arbeits- marktes, die Veränderung der Familienformen, die Zunahme kinderloser Paare und die Umgestaltungen des sozialpolitischen Unterstützungssystems. 

Die Hypothesen der Dissertation werden dabei durch einen theoretisch integrativen Ansatz fundiert und auf Basis eines repräsentativen, um Makroindikatoren angereicherten Mikrozensus-Trendfiles überprüft. Zentrale Fragen lauten: Wie lässt sich die Zunahme familialer Armut in der Bundesrepublik erklären? Zu welchen Teilen ist sie auf strukturelle und zu welchen Teilen auf individuelle Einflussgrößen zurückzuführen? Hat sich deren Erklärungskraft im Zeitverlauf gewandelt? Und welche relative Rolle spielen Kompositionseffekte, wie die sich im Beobachtungszeitraum ereignende Zunahme des Anteils Alleinerziehender und kinderloser (Doppelverdiener-)Paare? 

Voraussichtliche Dauer: 2010 - 2014

E-Mail: mara.boehle(at)gesis(dot)org 

Daniel Holtermann: Die persistente Männerdomäne "Technik".

Geschlechtsspezifische Bildungsungleichheit am Beispiel der technischen Studienorientierung von Schülerinnen und Schülern.

In wohl kaum einer anderen Disziplin fällt der Anteil der Männer so hoch aus wie in den Ingenieurwissenschaften. Trotz formeller Gleichberechtigung findet insbesondere im Bereich technischer Berufe eine geschlechtsspezifische Segregation statt. Dies hat nicht nur wirtschaftliche,  sondern auch soziale Konsequenzen – und es stellt sich die Frage nach sozialen Schließungsmechanismen, die die Genderasymmetrie bedingen könnten.

Im Rahmen der Promotion soll die Genese der Geschlechtersegregation anhand der technischen Studienorientierung von Schülerinnen und Schülern untersucht werden. Aus aktuellen Studien ist bekannt, dass das Bildungssystem in Deutschland Ungleichheit reproduziert – trotz aller Fortschritte auch in der geschlechtsspezifischen Dimension. Als eine zentrale Sozialisationsinstanz hat es dabei einen großen Einfluss auf die Konstruktion von Geschlechterrollen.  In Bezug auf die Technikeinstellung kann das heißen, dass sich das Erlernen der Fachinhalte im Rahmen einer Geschlechterordnung mit entsprechenden Zuschreibungen und Erwartungen vollzieht.  Des Weiteren ist die Studien-  bzw. Berufswahl ein komplexer biographischer Prozess, der nicht unabhängig von den Geschlechter- identitäten betrachtet werden kann. Als empirische Grundlage für das Promotionsprojekt dient eine standardisierte Schülerinnen- und Schülerumfrage aus drei Bundesländern.

Ziel der Promotion ist nicht nur, den durch Stereotypen geprägten Begriff bzw. Bereich der Technik zu untersuchen, sondern zugleich das Beharrungsvermögen geschlechtsspezifischer Ungleichheiten und Ungleichgewichte im (Aus-)Bildungssystem und im Berufsbereich.

Abgeschlossen: 2017

E-Mail: daniel.holtermann(at)uni-rostock(dot)de 

WWW: Daniel Holtermann

Sylvia Keim-Klärner: Der Einfluss persönlicher Beziehungen auf die Entscheidung zur Elternschaft.

Eine qualitative Studie über den Einfluss von Verwandtschafts- und Peer-Netzwerken auf die Familiengründung.

In dieser Studie werden Individuen in ihrer Einbettung in ein Netzwerk persönlicher Beziehungen betrachtet. Dabei soll untersucht werden, auf welche Weise persönliche Beziehungen die Vorstellungen und Intentionen junger Erwachsener hinsichtlich einer Familiengründung beeinflussen. Datengrundlage bilden 35 qualitative Interviews mit jungen Erwachsenen im Alter von 27 bis 34 Jahren aus einer westdeutschen Stadt sowie 25 Interviews mit ihren Partnern, engen Freunden und Müttern. 

Abgeschlossen: 2010

E-Mail: sylvia.keim(at)uni-rostock(dot)de 

WWW: Sylvia Keim-Klärner

Sandra Krapf: Staatliche Kinderbetreuung - Familienideologien und Fertilität.

In den letzten Jahren fiel die Geburtenrate in einer Vielzahl europäischer Länder auf ein Niveau von durchschnittlich 1,5 Kindern oder weniger pro Frau. In der Hoffnung auf Politikkonzepte, die zu einer Erhöhung der Geburtenzahlen führen, richten Sozialpolitiker häufig ihren Blick nach Skandinavien, wo das Fertilitätsniveau vergleichsweise hoch ausfällt,. Üblicherweise zielen solche Politiken auf eine Reduktion der durch Kinder verursachten Kosten ab. Dabei wird meist übersehen, dass das generative Verhalten von Individuen nicht nur von deren ökonomischen Situation sondern auch der ideologischen Vorstellung von Familie beeinflusst wird.

An diesem Punkt knüpft meine Dissertation an und untersucht den Zusammenhang zwischen der ersten Geburt, dem Vorhandensein von Kinderbetreuung für unter Dreijährige und der gesellschaftlichen Akzeptanz von berufstätigen Müttern. Hierbei wird davon ausgegangen, dass eine Ausweitung des Krippenplatzangebotes eine Zunahme der Fertilität nach sich zieht, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Gesellschaft eine außerfamiliäre Betreuung von Kindern auch akzeptiert. Ein verbesserter Zugang zu Kinderbetreuungseinrichtungen in einer Gesellschaft, in der ein traditionelles Rollenverständnis und Familienbild existiert, verändert demnach das Geburtenverhalten nicht.

Zur statistischen Überprüfung dieser Zusammenhänge wird eine Multi-Level-Analyse für Schweden und Italien durchgeführt. Dabei werden einerseits individuelle Merkmale von potentiellen Eltern (wie Alter, Einkommen und Bildungsniveau), andererseits regionale Charakteristika (z. B. Kinderbetreuungsangebote und Arbeitslosenzahlen) berücksichtigt. Zusätzlich wird ein Interaktionseffekt modelliert, mit dessen Hilfe der Einfluss von Krippenplätzen in Abhängigkeit vom individuellen und regional verbreiteten Familienbild statistisch ausgewertet wird.

Abgeschlossen: 2013

E-Mail: krapf(at)demogr.mpg(dot)de 

Christin Löffler: Nichteheliche Lebensgemeinschaften in Nord- und Süditalien.

Eine qualitative und quantitative Untersuchung der Entwicklung und Bedeutung von Ehe und Kohabitation in Bologna und Cagliari.

Obwohl sich nichteheliche Lebensgemeinschaften (Kohabitation) in den meisten Ländern Europas und der westlichen Welt relativ rasch ausbreiten und als Lebensform fest etablieren konnten, blieb deren Bedeutung in den mediterranen Wohlfahrtsstaaten bislang gering. Vor allem in Italien kam es in den letzten Jahrzehnten nur zu einem leichten Anstieg dieser Lebensform. Die Gründe dieser Entwicklung sind vielschichtig, lassen sich aber vorrangig durch das Zusammenwirken des kulturellen Systems mit den Besonderheiten des italienischen Wohlfahrtsstaates erklären. Sowohl die starken Familienbande, als auch die besonderen Merkmale des italienischen Sozialstaates tragen dazu bei, dass alle Mitglieder einer Familie ökonomisch voneinander abhängig sind. Auf junge Erwachsene trifft dies in erhöhtem Maße zu: fehlende sozialstaatliche Leistungen, eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und die schwierige Wohnungsmarktlage erhöhen ihre Abhängigkeit von den Eltern. Unter diesen Bedingungen entscheiden sich im katholischen Italien nur wenige junge Erwachsene für eine neue, gesellschaftlich kaum akzeptierte Lebensform, wie die Kohabitation. Dennoch - eine Zunahme dieser Lebensform ist vor allem im Norden des Landes sichtbar. Im Süden liegt ihre Verbreitung weiterhin unter 2%. 

Im Rahmen dieses Promotionsvorhabens wird mit Hilfe quantitativer und qualitativer Methoden untersucht, inwieweit kulturelle Wertvorstellungen, institutionelle Rahmenbedingungen und ökonomische Restriktionen auf die individuelle Entscheidung für oder gegen die nichteheliche Lebensgemeinschaft in Nord- und Süditalien einwirken. Für den quantitativen Teil des Projektes werden die Paneldaten der "Indagine longitudinale sulle famiglie italiane" (Ilfi) aus den Jahren 1997 und 1999 genutzt. Für die qualitative Auswertung wurden je 30 halbstrukturierte Interviews in Bologna (Norditalien) und Cagliari (Sardinien, Süditalien) durchführen. 

Abgeschlossen: 2009

E-Mail: christin.loeffler(at)med.uni-rostock(dot)de 

WWW: Christin Löffler

Simone Scheps: Altruismus oder Eigennutz?

Bürgerschaftliches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern - das Beispiel  Kirchenbauvereine.

Im Mittelpunkt dieser Dissertation steht der enge Zusammenhang von individuellen Beweggründen mit einer Neubestimmung des bürgerschaftlichen Engagements in Mecklenburg-Vorpommern. Als Beispiel dienen sogenannte Kirchbauvereine in, deren Vorsitzende in qualitativen Interviews nach den Motiven für ihren freiwilligen Einsatz befragt werden. Es liegt die Annahme zugrunde, dass altruistische oder instrumentelle gegenüber religiös-motivierten Einstellungen überwiegen, weil in Mecklenburg-Vorpommern offenbar eine Säkularisierung im Sinne von Entkirchlichung eingesetzt hat.

Abgeschlossen: 2011 

E-Mail: sscheps(at)web(dot)de 

Karin Tesching: Bildung und Fertilität.

Eine Untersuchung der dynamischen Interaktionsprozesse zwischen Bildungsniveau, Bildungsrichtung und Fertilität.

In der Vergangenheit wurde der Zusammenhang zwischen Bildung und Fertilität überwiegend über das Niveau des erreichten Bildungsabschlusses untersucht und für Frauen in der Regel eine mit ansteigendem Bildungsniveau abnehmende Kinderzahl festgestellt. Neuere Studien zeigen jedoch, dass sich auch das Fertilitätsverhalten von Frauen mit gleichem Bildungsniveau, in Abhängigkeit vom Bereich, in dem dieses erworben wurde, teilweise stark unterscheidet. Sie belegen damit, dass es wichtig ist, bei der Analyse des Zusammenhangs von weiblicher Bildung und Fertilität, neben bildungsniveau- auch bildungsrichtungsspezifische Einflüsse zu berücksichtigen. 

Im Rahmen meiner Promotion werde ich mich systematisch mit den Zusammenhängen zwischen Bildungsniveau, Bildungsrichtung und Fertilität auseinandersetzen. Mit Hilfe der Ereignisdatenanalyse werde ich untersuchen, inwieweit Selektionsprozesse eine Ursache für bildungsrichtungsspezifische Fertilitätsunterschiede unter Frauen sind und in welchem Ausmaß sich Bildungs- und Fertilitätsentscheidungen über dynamische Interaktionsprozesse gegenseitig beeinflussen. Zur Durchführung des beschriebenen Vorhabens nutze ich schwedische Registerdaten. 

Abgeschlossen: 2011