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Robert Brumme: Zur Entfaltung des »Digitalen« in der Welt. Strukturen, Logik und Entwicklung.

Zur Entfaltung des »Digitalen« in der Welt. Strukturen, Logik und Entwicklung.

Moderne Gesellschaften sind digitale Gesellschaften. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurden sämtliche Bereiche des Sozialen von der Digitalisierung erfasst und in einem noch immer anhaltenden Wandel beständig transformiert. Digitalisierung meint dabei einerseits die Überführung von Daten, Zuständen und Phänomenen in maschinenlesbare Formate, aber auch andererseits – und dies interessiert insbesondere – die Rekonfiguration individueller und gesellschaftlicher Praktiken und Abläufe aufgrund der Ausbreitung neuartiger Wissensformen, Handlungsroutinen und Bewertungslogiken.

Im Zentrum dieser Dissertation steht die „Erfolgsgeschichte Digitalisierung“ und die Fragen nach den Bedingungen, Ursachen und Folgen des digitalen Wandels. Dieses Interesse ist nicht neu, es wird hier jedoch aus einer anderen, neuen Perspektive angegangen. Digitale Phänomene und Prozesse werden in dieser Dissertation von einer soziologischen Ebene aus betrachtet, die über kleinteilige Beobachtungen hinausgeht und übergeordnete Zusammenhänge und Entwicklungslinien sichtbar werden lässt. Zu die­sem Zweck wurde der in der Soziologie sporadisch verwendete Begriff des »Digitalen« expliziert und weiterentwickelt, um so Gemeinsamkeiten im Unterschiedlichen digitaler Technologien und Strukturen in den Blick zu bekommen.

Im Mittelpunkt steht sodann eine Auseinandersetzung mit drei Fragekomplexen, zu deren Beantwortung Erkenntnisfragmente zusammengetragen werden. Leitend sind Fragen nach:

  1. den sozialen Gründen für die „Erfolgsgeschichte“ des digitalen Wandels. Wie lassen sich Geschwin­digkeit und Reichweite der Digitalisierung moderner Gesellschaften erklären? Was sind relevante Triebkräfte der Ausbreitung einer „digitalen Logik“ und warum ist die Narration von „Digital ist besser“ derart erfolgreich? Hand in Hand mit dieser Frage, geht das Interesse an
  2. den Möglichkeiten der Umkehrung bzw. Verweigerung von Digitalisierung. Gefragt wird hier: Ist digi­taler Ausstieg oder Rückzug möglich? Kann nach „erfolgreicher“ Digitalisierung wieder Dedigitalisiert werden? Lassen moderne, digitale Gesellschaften nicht-digitale Rückzugsgebiete im Sinne sozialer Nischen zu? Und
  3. welche Folgen gehen mit einer umfassenden Digitalisierung des Sozialen einher? Ist Digitalisierung – wie beständig erzählt wird – lediglich Ermöglichung, Optimierung und Steigerung oder werden mit dem digitalen Wandel vielmehr neue Abhängigkeiten produziert? Nimmt (digitale) Technik im Zuge des Wandels gar machtvolle Positionen ein und wird zum Zentrum verlagerter Entscheidungs- und Handlungsmacht?

E-Mail: robert.brummeuni-rostockde 

www: https://www.isd.uni-rostock.de/isd/lehrstuhl/makrosoziologie/brumme/

Danny Otto: Dem »Prekariat« auf der Spur. Eine Deutungsmachtanalyse soziologischer Wissensgenerierung.

Dem »Prekariat« auf der Spur Eine Deutungsmachtanalyse soziologischer Wissensgenerierung.

Soziologische Ungleichheitsdeutungen haben Teil am Ungleichheitsgeschehen. Dieser Zusammenhang ist seit Jahren gut belegt und dennoch wissen wir wenig über die konkreten Entstehungs- und Verbreitungsbedingungen soziologischen Wissens über soziale Ungleichheit. Zur Bearbeitung dieser Forschungslücke begibt sich der Autor auf die Spuren des »Prekariats« und fragt mit den Mitteln der Science and Technology Studies nach dessen Entstehung, Verbreitung und Wirkung im wissenschaftlichen Spezialdiskurs. Der Band liefert damit einen neuen Beitrag zum sich entwickelnden Forschungsfeld einer »Wissenschaftssoziologie der Soziologie«

 

Publikation: https://www.beltz.de/fileadmin/beltz/newsletter/pdf/6124.pdf

E-Mail: danny.otto@ruhr-uni-bochum.de 

WWW: http://www.deutungsmacht.uni-rostock.de/mitglieder/kollegiaten/otto0/ und http://www.sowi.rub.de/sozsug/otto

Dominik Röding: Lebenslage – Habitus – Lebensstil.

Ansätze und Befunde erklärender Sozialepidemiologie anhand Daten der Landgesundheitsstudie.

Medizinsoziologische Theoriemodelle postulieren ein enges Beziehungsgeflecht zwischen sozialstruktureller Position, Lebensbedingungen, Einstellungen und Orientierungen, Lebensstil und Gesundheit. Die hier vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, tiefer in dieses Beziehungsgeflecht vorzudringen und dieses soziologisch verständlicher zu machen.

Vor diesem Hintergrund wird den Fragen nachgegangen, ob sich gesundheitsbezogene Grundorientierungen im Sinne des Habitus abbilden lassen und ob damit die Wechselbeziehungen zwischen gesundheitsrelevanten Lebenslagen und Lebensstilen soziologisch verständlich gemacht werden könne

Der empirische Teil der Arbeit stütz sich auf Daten der dritten Erhebungswelle (2004/08) einer Befragung zu Gesundheit und alltäglicher Lebensführung im sozialräumlichen Milieu nordostdeutscher Landgemeinden (n = 1.246). Auf dieser Datenbasis werden statistische Klassifikationen gesundheitsrelevanter Lebenslagen sowie gesundheitsrelevanter Lebensstile erarbeitet. Darauf aufbauend werden Zusammenhänge zwischen Lebenslagen, Orientierungen und Einstellungen sowie Lebensstilen mittels bi- und multivariabler statistischer Verfahren untersucht. Ergebnisse dieser Zusammenhangsanalysen werden auf der Folie der Habitustheorie interpretiert.

 

E-Mail: Roedinggmxnet 

Maurice Schulze: Beschleunigung und soziale Praxis.

Kulturelle Kontingenzen am Beispiel philippinischer Migration.

Die Dissertation widmet sich der Frage, wie eine zeitstrukturelle Beschleunigung in der alltäglichen Lebensrealität von Akteuren ausgehandelt wird. Die temporalstrukturellen Veränderungen werden dabei mit der Theorie der sozialen Praxis in Verbindung gebracht. Mittels einer empirischen Untersuchung wird erhoben, wie zeitstrukturelle Differenzen von Akteuren vermeintlich langsamerer Gesellschaften ihren Alltag, nach einer Migration in eine Gesellschaft des globalen Westens, aushandeln, erfahren und reflektieren. Dabei kommen Migranten zu Wort, die auf den Philippinen aufgewachsen sind und zur Zeit der Erhebung in Deutschland leben. Die Philippinen gelten gemeinhin als langsamere Peripherie, während Deutschland als schnelles Zentrum verstanden wird. Vor diesem Hintergrund wird untersucht, welche Transformationen und Widerstandspotentiale sich in Bezug auf zeitstrukturelle Differenzen der Lebensgeschwindigkeit in der Alltagspraxis aufzeigen lassen.

Mit der Konzeption von Kultur als kompromissfähigen Aushandlungsprozess wird deutlich, dass die Kontingenzperspektive einer Theorie der sozialen Praxis in der Diskussion um soziale Beschleunigung gestärkt werden sollte. Die Elastizität zeitstruktureller Räume zeigt sich in der Interpretation von Pünktlichkeit und technischen Möglichkeiten, der Definition von Freizeit sowie in biografischen Entwicklungen. Die Besonderheit einer interkulturellen Untersuchung eröffnet ebenso die Diskussion um die lokale Aushandlung globaler Entwicklungen und Deutungen. Letztlich zeigt sich, dass die Beschleunigung des Lebenstempos einem Aushandlungsprozess unterliegt, der innerhalb der sozialen Praxis als ein Quell kultureller Kompromisse begründet liegt. Es lassen sich Formen und Praktiken der Entschleunigung erheben, die weder residual, noch reaktiv oder dysfunktional zu erklären sind. Treffen beschleunigte und langsamere Kulturen aufeinander, muss dies nicht zwangsläufig zu einem Beschleunigungsdruck führen, der langsamere Kulturen antreibt. Die selektive Übernahme einiger Elemente kann sogar zu alltagspraktischer Entschleunigung führen. Die Akteure haben demnach Möglichkeiten über diese zeitstrukturellen Strategien ihre Zeitsouveränität zu stärken.

 

Dr. Maurice Schulze
 

maurice.schulzeuni-jenade

Mara Boehle: Ursachen und Wandel familialer Armut in Deutschland - 1962 bis 2008.

Eine theoretische und empirische Analyse.

Der Kampf gegen Kinderarmut ist auf nationaler wie auf europäischer Ebene hoch auf der politischen Agenda angesiedelt. Dennoch hat sich der Anteil armer Familien in der Bundesrepublik seit den 1970er Jahren bis heute erhöht und auf einem überdurchschnittlichen Niveau verfestigt. Bislang liegen jedoch keine empirischen Studien vor, die in befriedigender Form erklären, weshalb es zu diesem Sachverhalt kam. Die empirische Forschung zum Wandel familialer Armut bearbeitet das Thema bislang deskriptiv oder konzentriert sich in kurzfristigen Zeitvergleichen auf einzelne, vorwiegend individuelle Ursachen des Phänomens.

Die Dissertation hat zum Ziel, die Gründe für die zeitliche Persistenz des überdurchschnittlich hohen Armutsrisikos familialer Lebensformen seit den 1960er Jahren bis heute systematisch zu untersuchen. Dieses wird unter Zugrundelegung eines theoretischen und empirischen Mehrebenenmodells erfolgen, das die ökonomische Situation von Familien als Funktion individueller und struktureller Faktoren im Zusammenspiel mit zeitlichen Veränderungen der deutschen Sozialstruktur begreift. Anknüpfungs- punkte sind die sich in diesem Zeitraum ereignenden ökonomischen, (inner-)familialen, demo- graphischen und politisch-institutionellen Wandlungsprozesse wie die Flexibilisierung des Arbeits- marktes, die Veränderung der Familienformen, die Zunahme kinderloser Paare und die Umgestaltungen des sozialpolitischen Unterstützungssystems. 

Die Hypothesen der Dissertation werden dabei durch einen theoretisch integrativen Ansatz fundiert und auf Basis eines repräsentativen, um Makroindikatoren angereicherten Mikrozensus-Trendfiles überprüft. Zentrale Fragen lauten: Wie lässt sich die Zunahme familialer Armut in der Bundesrepublik erklären? Zu welchen Teilen ist sie auf strukturelle und zu welchen Teilen auf individuelle Einflussgrößen zurückzuführen? Hat sich deren Erklärungskraft im Zeitverlauf gewandelt? Und welche relative Rolle spielen Kompositionseffekte, wie die sich im Beobachtungszeitraum ereignende Zunahme des Anteils Alleinerziehender und kinderloser (Doppelverdiener-)Paare? 

Voraussichtliche Dauer: 2010 - 2014

E-Mail: mara.boehlegesisorg 

Daniel Holtermann: Die persistente Männerdomäne "Technik".

Geschlechtsspezifische Bildungsungleichheit am Beispiel der technischen Studienorientierung von Schülerinnen und Schülern.

In wohl kaum einer anderen Disziplin fällt der Anteil der Männer so hoch aus wie in den Ingenieurwissenschaften. Trotz formeller Gleichberechtigung findet insbesondere im Bereich technischer Berufe eine geschlechtsspezifische Segregation statt. Dies hat nicht nur wirtschaftliche,  sondern auch soziale Konsequenzen – und es stellt sich die Frage nach sozialen Schließungsmechanismen, die die Genderasymmetrie bedingen könnten.

Im Rahmen der Promotion soll die Genese der Geschlechtersegregation anhand der technischen Studienorientierung von Schülerinnen und Schülern untersucht werden. Aus aktuellen Studien ist bekannt, dass das Bildungssystem in Deutschland Ungleichheit reproduziert – trotz aller Fortschritte auch in der geschlechtsspezifischen Dimension. Als eine zentrale Sozialisationsinstanz hat es dabei einen großen Einfluss auf die Konstruktion von Geschlechterrollen.  In Bezug auf die Technikeinstellung kann das heißen, dass sich das Erlernen der Fachinhalte im Rahmen einer Geschlechterordnung mit entsprechenden Zuschreibungen und Erwartungen vollzieht.  Des Weiteren ist die Studien-  bzw. Berufswahl ein komplexer biographischer Prozess, der nicht unabhängig von den Geschlechter- identitäten betrachtet werden kann. Als empirische Grundlage für das Promotionsprojekt dient eine standardisierte Schülerinnen- und Schülerumfrage aus drei Bundesländern.

Ziel der Promotion ist nicht nur, den durch Stereotypen geprägten Begriff bzw. Bereich der Technik zu untersuchen, sondern zugleich das Beharrungsvermögen geschlechtsspezifischer Ungleichheiten und Ungleichgewichte im (Aus-)Bildungssystem und im Berufsbereich.

Abgeschlossen: 2017

E-Mail: daniel.holtermannuni-rostockde 

WWW: Daniel Holtermann

Sylvia Keim-Klärner: Der Einfluss persönlicher Beziehungen auf die Entscheidung zur Elternschaft.

Eine qualitative Studie über den Einfluss von Verwandtschafts- und Peer-Netzwerken auf die Familiengründung.

In dieser Studie werden Individuen in ihrer Einbettung in ein Netzwerk persönlicher Beziehungen betrachtet. Dabei soll untersucht werden, auf welche Weise persönliche Beziehungen die Vorstellungen und Intentionen junger Erwachsener hinsichtlich einer Familiengründung beeinflussen. Datengrundlage bilden 35 qualitative Interviews mit jungen Erwachsenen im Alter von 27 bis 34 Jahren aus einer westdeutschen Stadt sowie 25 Interviews mit ihren Partnern, engen Freunden und Müttern. 

Abgeschlossen: 2010

E-Mail: sylvia.keimuni-rostockde 

WWW: Sylvia Keim-Klärner

Sandra Krapf: Staatliche Kinderbetreuung - Familienideologien und Fertilität.

In den letzten Jahren fiel die Geburtenrate in einer Vielzahl europäischer Länder auf ein Niveau von durchschnittlich 1,5 Kindern oder weniger pro Frau. In der Hoffnung auf Politikkonzepte, die zu einer Erhöhung der Geburtenzahlen führen, richten Sozialpolitiker häufig ihren Blick nach Skandinavien, wo das Fertilitätsniveau vergleichsweise hoch ausfällt,. Üblicherweise zielen solche Politiken auf eine Reduktion der durch Kinder verursachten Kosten ab. Dabei wird meist übersehen, dass das generative Verhalten von Individuen nicht nur von deren ökonomischen Situation sondern auch der ideologischen Vorstellung von Familie beeinflusst wird.

An diesem Punkt knüpft meine Dissertation an und untersucht den Zusammenhang zwischen der ersten Geburt, dem Vorhandensein von Kinderbetreuung für unter Dreijährige und der gesellschaftlichen Akzeptanz von berufstätigen Müttern. Hierbei wird davon ausgegangen, dass eine Ausweitung des Krippenplatzangebotes eine Zunahme der Fertilität nach sich zieht, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Gesellschaft eine außerfamiliäre Betreuung von Kindern auch akzeptiert. Ein verbesserter Zugang zu Kinderbetreuungseinrichtungen in einer Gesellschaft, in der ein traditionelles Rollenverständnis und Familienbild existiert, verändert demnach das Geburtenverhalten nicht.

Zur statistischen Überprüfung dieser Zusammenhänge wird eine Multi-Level-Analyse für Schweden und Italien durchgeführt. Dabei werden einerseits individuelle Merkmale von potentiellen Eltern (wie Alter, Einkommen und Bildungsniveau), andererseits regionale Charakteristika (z. B. Kinderbetreuungsangebote und Arbeitslosenzahlen) berücksichtigt. Zusätzlich wird ein Interaktionseffekt modelliert, mit dessen Hilfe der Einfluss von Krippenplätzen in Abhängigkeit vom individuellen und regional verbreiteten Familienbild statistisch ausgewertet wird.

Abgeschlossen: 2013

E-Mail: krapfdemogr.mpgde 

Christin Löffler: Nichteheliche Lebensgemeinschaften in Nord- und Süditalien.

Eine qualitative und quantitative Untersuchung der Entwicklung und Bedeutung von Ehe und Kohabitation in Bologna und Cagliari.

Obwohl sich nichteheliche Lebensgemeinschaften (Kohabitation) in den meisten Ländern Europas und der westlichen Welt relativ rasch ausbreiten und als Lebensform fest etablieren konnten, blieb deren Bedeutung in den mediterranen Wohlfahrtsstaaten bislang gering. Vor allem in Italien kam es in den letzten Jahrzehnten nur zu einem leichten Anstieg dieser Lebensform. Die Gründe dieser Entwicklung sind vielschichtig, lassen sich aber vorrangig durch das Zusammenwirken des kulturellen Systems mit den Besonderheiten des italienischen Wohlfahrtsstaates erklären. Sowohl die starken Familienbande, als auch die besonderen Merkmale des italienischen Sozialstaates tragen dazu bei, dass alle Mitglieder einer Familie ökonomisch voneinander abhängig sind. Auf junge Erwachsene trifft dies in erhöhtem Maße zu: fehlende sozialstaatliche Leistungen, eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und die schwierige Wohnungsmarktlage erhöhen ihre Abhängigkeit von den Eltern. Unter diesen Bedingungen entscheiden sich im katholischen Italien nur wenige junge Erwachsene für eine neue, gesellschaftlich kaum akzeptierte Lebensform, wie die Kohabitation. Dennoch - eine Zunahme dieser Lebensform ist vor allem im Norden des Landes sichtbar. Im Süden liegt ihre Verbreitung weiterhin unter 2%. 

Im Rahmen dieses Promotionsvorhabens wird mit Hilfe quantitativer und qualitativer Methoden untersucht, inwieweit kulturelle Wertvorstellungen, institutionelle Rahmenbedingungen und ökonomische Restriktionen auf die individuelle Entscheidung für oder gegen die nichteheliche Lebensgemeinschaft in Nord- und Süditalien einwirken. Für den quantitativen Teil des Projektes werden die Paneldaten der "Indagine longitudinale sulle famiglie italiane" (Ilfi) aus den Jahren 1997 und 1999 genutzt. Für die qualitative Auswertung wurden je 30 halbstrukturierte Interviews in Bologna (Norditalien) und Cagliari (Sardinien, Süditalien) durchführen. 

Abgeschlossen: 2009

E-Mail: christin.loefflermed.uni-rostockde 

WWW: Christin Löffler

Simone Scheps: Altruismus oder Eigennutz?

Bürgerschaftliches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern - das Beispiel  Kirchenbauvereine.

Im Mittelpunkt dieser Dissertation steht der enge Zusammenhang von individuellen Beweggründen mit einer Neubestimmung des bürgerschaftlichen Engagements in Mecklenburg-Vorpommern. Als Beispiel dienen sogenannte Kirchbauvereine in, deren Vorsitzende in qualitativen Interviews nach den Motiven für ihren freiwilligen Einsatz befragt werden. Es liegt die Annahme zugrunde, dass altruistische oder instrumentelle gegenüber religiös-motivierten Einstellungen überwiegen, weil in Mecklenburg-Vorpommern offenbar eine Säkularisierung im Sinne von Entkirchlichung eingesetzt hat.

Abgeschlossen: 2011 

E-Mail: sschepswebde 

Karin Tesching: Bildung und Fertilität.

Eine Untersuchung der dynamischen Interaktionsprozesse zwischen Bildungsniveau, Bildungsrichtung und Fertilität.

In der Vergangenheit wurde der Zusammenhang zwischen Bildung und Fertilität überwiegend über das Niveau des erreichten Bildungsabschlusses untersucht und für Frauen in der Regel eine mit ansteigendem Bildungsniveau abnehmende Kinderzahl festgestellt. Neuere Studien zeigen jedoch, dass sich auch das Fertilitätsverhalten von Frauen mit gleichem Bildungsniveau, in Abhängigkeit vom Bereich, in dem dieses erworben wurde, teilweise stark unterscheidet. Sie belegen damit, dass es wichtig ist, bei der Analyse des Zusammenhangs von weiblicher Bildung und Fertilität, neben bildungsniveau- auch bildungsrichtungsspezifische Einflüsse zu berücksichtigen. 

Im Rahmen meiner Promotion werde ich mich systematisch mit den Zusammenhängen zwischen Bildungsniveau, Bildungsrichtung und Fertilität auseinandersetzen. Mit Hilfe der Ereignisdatenanalyse werde ich untersuchen, inwieweit Selektionsprozesse eine Ursache für bildungsrichtungsspezifische Fertilitätsunterschiede unter Frauen sind und in welchem Ausmaß sich Bildungs- und Fertilitätsentscheidungen über dynamische Interaktionsprozesse gegenseitig beeinflussen. Zur Durchführung des beschriebenen Vorhabens nutze ich schwedische Registerdaten. 

Abgeschlossen: 2011